HISTORY

1904

Original Planeinsicht 1904!!!!
Link zur "Österr. Nationalbibliothek"durch einen "Klick" auf das nebenstehende Bild!

 

   
 
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Vielleicht fragt jetzt mancher, was der Titel soll, schließlich haben wir gerade erst die Hundertjahrfeier begangen!? Es darf daran erinnert werden - die 100 Jahre sind ein Jubiläum des Gebäudes, die Schule ist 22 Jahre älter! Denn das "Staats-Untergymnasium im II. Bezirk" wurde im Schuljahr 1877/78 errichtet und bereits zwei Jahre später zum Obergymnasium erweitert. In einem Antiquariat habe ich die Jahrgänge 1881 - 1894 der Jahresberichte dieses Gymnasiums gefunden, das damals in der Taborstraße 24 untergebracht war. Ich möchte daraus in loser Folge die eine oder andere Begebenheit schildern und damit auch manchen Unterschied zum heutigen Schulleben aufzeigen. ......

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Im Juni 1882 fanden die ersten "Maturitätsprüfungen” an unserer Schule, damals noch im "alten Haus” in der Taborstraße 24, statt.
Leider gibt uns aber erst der Jahresbericht 1886/87 erstmals genaue Auskunft über "Geburtsort und Vaterland”.
Da fällt nun einiges auf:
Es haben von 31 Schülern der VIII. Klasse 27 bestanden, 5 davon mit Auszeichnung.
Zwei externe Kandidaten wurden "reprobiert”, ebenso wie drei Schüler des Gymnasiums, zwei waren zurückgetreten.
Woher kamen die erfolgreichen Kandidaten?
Nur ganz knapp mehr als die Hälfte, nämlich 14, aus Wien ("Vaterland”: Niederösterreich!).
Ein eigenes Kronland Wien gab es ja nicht.
Einer war allerdings aus Hietzing, das ja erst 1890 eingemeindet wurde.

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Das neue Schulgebäude
1877 wurde zunächst in einem alten Gebäudekomplex in der Taborstraße 24 das erste Staatsgymnasium des 2. Bezirks eingerichtet, das zu einem der bestbesuchten und angesehensten Gymnasien Wiens wurde. Das heutige Gebäude in der Zirkusgasse 46-48 wurde nach Plänen des Architekten Gustav Sachs im Renaissancestil errichtet und 1899/1900 bezogen; eine Gedenktafel erinnert an den Bau in der Regierungszeit Kaiser Franz Josefs. Die Schule verfügte über 12 Klassenzimmer (für 42-56 Schüler), besonderer Wert wurde auf breite Korridore, Wasserklosetts und einen, nach damaligem Standard, sehr modernen Turnsaal gelegt. Weiters wurde sie mit zwei Zeichensälen und einem Physiksaal ausgestattet. Im Hochparterre befand sich die Wohnung des Direktors, die über die Einfahrt in den Hof- und Gartentrakt zugänglich war. Das Herzstück der Schule war der Festsaal im Stil des Historismus, der als Kapelle für die Morgenandacht der katholischen Schüler genutzt wurde. ...................

   
 
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Vom 25 - 30. Juni 1999 fanden die Festveranstaltungen zum 100-jährigen Bestehen des Gebäudes unseres Gymnasiums in der Zirkusgasse 48 statt. Ungefähr ein Jahr lang hatten die Planungsarbeiten des Festkomitees zu diesem großen Jubiläum gedauert. Rückblickend können wir sagen, dass jeder einzelne Programmpunkt nicht nur gelungen, sondern geradezu ein Höhepunkt war, der Schulgeschichte schrieb. .........
... von Mag. Margarete Nezbeda

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. . . Vor 50 Jahren, am 8. Juni 1938, legte ich die Reifeprüfung im humanistischen Gymnaslum in der Zirkusgasse ab. Das Hakenkreuz wehte vor dem Gebäude, die Lehrer grüßten die Schüler mit “Heil Hitler!". Mein Vater, der im ersten Weltkrieg ein österreichischer Offizier (mit Auszeichnung) war, schmachtete in Dachau und Buchenwald, und meine Mutter, Schwester und ich wußten nicht, wie wir die nächste Miete und das Nachtmahl bezahlen können.

Ich will jetzt erwähnen, daß meine Erinnerungen an Mitschüler und Lehrer sehr positiv sind. Sogar die, welche der Nazipartei angehörten, haben sich anständig gegenüber den jüdischen Schülern benommen! Nach kurzer Zeit wurde die Zirkusgasse-Schule “rein jüdisch" und jüdische Schüler von anderen Gymnasien wurden zu uns geschickt. Nichtjüdische Schüler wurden von der Reifeprüfung ganz entschuldigt, während die Juden sich allen Prüfungen unterziehen mußten . . .

   
 
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Monday April 11th, 2000

Report by Marela Grabovickic, 7B

In April, our class, the 7B had the unique chance to go to NYC for the first time in the history of our school . We had a fantastic, unforgettable time, and the highlight of our stay in the USA was definitely the trip to Croton on Hudson and our visit to Mr. Oscar Scherzer.

Mr Scherzer, a former student of Gymnasium Zirkusgasse attended our school between 1933 and 1938, when he graduated. After his ”Matura” he had to leave Austria fleeing from the Nazi terror regime due to the fact that he was Jewish, and Oscar emigrated to the USA.
Our host, who it was a pleasure to listen to, not only served us a delicious lunch but also spoke to us frankly about his past and willingly answered our questions. ........................

   
 
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What happened to the other 1938 graduates? (Oscar Scherzer)
I was not sure whether to put a question or exclamation mark at the end of the headline of this report. The fact is that over the years I learned something about the fate of some of the thirty-seven boys and girls who were in the eighth grade of the Zirkusgasse Gymnasium. At two locations in your school you can see a picture of eleven of the students I will be writing about. These had been with the school from the first grade with the exception of the one in the first row, first on the right. This is Oscar Scherzer, who joined the Gymnasium in 1933.You have seen and heard enough about me, so now a bit about others.
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Was geschah mit den jüdischen Schülern der Zirkusgasse nach 1938?
Was geschah mit den anderen jüdischen Schüler und Schüler-innen, die bis zum Ende des Schuljahres 1937/ 1938 das Gym-nasium Zirkusgasse besuchten ? Hier sind die kargen Ergebnisse unserer Nachforschungen bei der Israelitischen Kultusgemeinede (1988) und beim Dokumentation-szentrum für Widerstand (1998), (kurz DÖW):
Von den 288 SchülerInnen mit jüdischer Herkunft hat das DÖW Informationen von 49 Schüler-Innen.
22 von diesen 49 sind emigriert, 23 sind deportiert worden, 2 sind von der SS bei Razzien erschossen worden, einer hat als U-Boot in Frankreich gelebt und einer ist nach Polen geflüchtet.
Deportiert wurden diese Schüler-Innen nach Auschwitz, Buchen-wald, Izbica, Minsk, Riga und Theresienstadt - nur von einem ist bekannt, dass er das Konzentra-tionslager überlebt hat.
Von 28 weiteren SchülerInnen wissen wir durch Katalogeintragun-gen, dass sie das Nazi-Regime überlebt haben - über das Schicksal von 211 SchülerInnen konnten - nicht nur wir - nichts erfahren. 1988 hatten wir uns mit den Namenslisten an die Israelitische Kultus-gemeinde gewandt. Eine Mitarbei-terin fasste damals ihre Nach-orschungen folgendermaßen zu-sammen: "Abweichend von den bisherigen Schulklassen (... ist mir ein Faktor aufgefallen, der mich sehr beunruhigt: eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Lebensläufen, die sich überhaupt nicht verfolgen lassen. Das heißt also vermutlich: die Flucht wurde wohl versucht, es ist aber gar nicht sicher, dass diese Menschen jemals dort angekommen sind, wo sie hinwollten...Man kann also davon ausgehen, dass ein großer Teil dieser Menschen nicht mehr lebt.”

Ein wahrhaft grausiges Kapitel Wiener Schulgeschichte.

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