Musikerziehung

 

Musik ist eine Kunst im Spannungsbogen zwischen elementaren, ursprünglichen und direkten Äußerungen menschlicher Ausdrucksbedürnisse einerseits und einer dicht gewobenen klingenden Gestaltform nicht nur sinnlich sondern auch in hohem Maße intellektuell erfahrbarer und deutbarer Informationen und Symbolen andererseits.


Der erwähnte erstere Bereich spiegelt sich im Musikunterricht in den verschiedenen Formen des elementaren Musizierens im Klassenverband wider: Beschäftigung mit dem Parameter Rhythmus in Form von kleinen „Rhythmus-Dramen“ unter Verwendung aller denkbaren Alltagsgegenstände oder auch nur der Möglichkeiten des eigenen Körpers nach dem Vorbild des Konzepts „STOMP“ (selbstverständlich wesentlich vereinfacht!); Erfahrungen mit der Verwendung einfachster Instrumente; Einbau des Elements „Bewegung“ etc. Ein ganz großer Schwerpunkt muss auf der Beschäftigung mit dem einfachsten und ursprünglichsten Instrument überhaupt liegen, der menschlichen Singstimme – dementsprechend ist. Das Singen im Klassenverband ein wesentlicher Bestandteil jedes Musikunterrichts.


Musik sei „das Geräusch, das denkt“ - so formulierte es Viktor Hugo. Damit ist in sehr pointierter Weise der weiter oben angesprochene Aspekt umrissen, der die intellektuelle Dimension dieser Kunstform anspricht. Musik transportiert Informationen, Musik kann „etwas meinen“, - wie macht sie das und wie „liest“ man diese Informationen angemessen? Wie „baut“ ein Komponist ein Musikstück? Mit welchem Material und nach welchem Bauplan? Wie verändert sich Musik im Laufe der Geschichte und warum tut sie das?
Antworten auf diese und eine lange Reihe weiterer Fragen sollen im Idealfall im Verlauf der fortschreitenden Schulstufen mindestens dazu führen, „wissende“, „erwachsene“ und schlussendlich kritische Konsumenten von Musik zu erziehen.